Chenrezig Diaries, 7 (DE/EN/RU)

Dienstag's Chenrezig Abend. Wöchentlicher Vortrag zu "Herzjuwel der Erwachten" und Chenrezig-Praxis mit Mantra Ansammlung . Tuesday's Chenrezig Evening. Weekly teaching on "Heart Jewel of Awakened Ones" and Chenrezig practice with mantra accumulation. Вечер Ченрезига во вторник. Еженедельная лекция "Жемчужина Сердца Пробуждённых" и практика Ченрезига c накоплением мантр.

Teil 1, Die Mängel des Zeitalters des Niedergangs, Erläuterungen des Hinayana, Vers 4-21 Part 1, The Deficiencies of the Age of Decline, Hinayana Explanations, verses 4-21. Часть 1, Недостатки эпохи упадка, объяснения хинаяны, стихи 4-21.





DE

Vers 7: „Es ist noch nicht so lange her, dass unser Bewusstsein allein umhergeirrt hat. Unter Einfluss von Karma, nahm es jetzige Form an. Bald werden wir wieder, wie ein Haar aus der Butter gezogen, Alles aufgeben müssen und weiter ziehen.“

Wir haben bei den letzten 2 Versen gesehen, dass Patrul Rinpoche es darum ginge, eine Klarheit unserer jetzigen Situation zu entwickeln: - das Jetzt.

Nun geht Patrul Rinpoche einen Schritt weiter, und schließt 2 weitere Aspekte mit ein: - Davor; - und Danach.


Davor: „Es ist noch nicht so lange her, dass unser Bewusstsein allein umhergeirrt hat.“ Jetzt: „Unter Einfluss von Karma, nahm es jetzige Form an.“ Danach: „Bald werden wir wieder, wie ein Haar aus der Butter gezogen, Alles aufgeben müssen und weiter ziehen.“

Schauen wir uns diese 3 Momente genauer an, und untersuchen was diese für eine Rolle in unserer Praxis spielen.

Davor: „Es ist noch nicht so lange her, dass unser Bewusstsein allein umhergeirrt hat.“ Dies bezieht sich auf den Zustand vor diesem Leben. Dem Bardo Zustand, in dem das Bewusstsein eines Wesens sich zwischen Tod und Wiedergeburt aufhält. Was auch die wörtliche Übersetzung des Wortes Bardo ist: Zwischen. Allgemein gesprochen, wird bei einem Bardo immer diese Zwischen-Tod-Wiedergeburt Erfahrung gemeint. Doch kann es genauso sich auf das letzte Jahr, den gestrigen Tag, oder den vorherigen Augenblick beziehen. Den all diese Momente haben einen gewissen Aspekt eines Todes und einer Wiedergeburt. Die wir vor einem Jahr waren, die sind wir heute nicht mehr. Und wenn wir ganz genau hinsehen, werden wir feststellen, dass diese ständige Veränderung sich auch von Moment zu Moment abspielt. Es ist also eine Erfahrung des Alleinseins, im Sinne von „immer wieder seinen Potenzial neu erleben und neu entdecken“. Ein ständiges Sterben und Wiedergeboren werden, wenn man so möchte.


Jetzt: „Unter Einfluss von Karma, nahm es jetzige Form an.“ Dann „immer wieder seinen Potenzial neu erleben und neu entdecken“ passiert natürlich aufgrund der beiden Arten von Schleiern, die wir das letzte mal gesehen haben, Emotionen und Unwissenheit, nicht aus freiem Stück heraus, sondern auf der Grundlage des Karma = Handlung und Folge dieser Handlung. So allein, wie Patrul Rinpoche es ausdrückt, sind wir also doch wieder nicht: die Eindrücke, die wir im Geist kreieren und sammeln, begleiten uns in der Form von Gewohnheiten und Tendenzen. Und es ist die Freiheit, die wir als Menschen normalerweise haben, zu entscheiden welche Eindrücke und Erfahrungen wir in unserem Geist produzieren möchten. Eine Freiheit, die vielleicht nicht immer offensichtlich ist, jedoch als Potenzial immer da. Und die Chenrezig Praxis ist ein Ausdruck dieser Freiheit. Eine bewusste Entscheidung über die Eindrücke, die wir in unserem Geist sähen möchten. Im Falle der Chenrezig Praxis, die Eindrücke von erwachter Weisheit und Mitgefühl.

Danach: „Bald werden wir wieder, wie ein Haar aus der Butter gezogen, Alles aufgeben müssen und weiter ziehen.“ Das Oberflächliche werden wir natürlich zurücklassen, den die solide und grobe Dinge, wie unsere dualistische Identität, eine Todeserfahrung nicht überstehen kann und aufgegeben wird. All die subtilen Eindrücke und Erfahrungen werden sich aber in der Form einer Dynamik fortpflanzen und unbewusst die Richtung einschlagen, die unserer Entwicklung bestimmen wird.


Es geht hier also darum was diese 3 Aspekten (Davor, Jetzt und Danach) verbindet, nämlich die Dynamik des Karma, die sich als ein nicht aufhörender Strom des Bewusstseins manifestiert. Und entweder als dualistisch oder als offen/leer erfahren werden kann. Worin auch der Schlüssel zur letztendlichen Erleuchtung liegt: dem Erfahren dieses gewöhnlichen Bewusstsein als das strahlende Gewahrsein der Nicht-Dualität. Was auch wiederum in der Praxis von Chenrezig, durch die tiefere Bedeutung der Symbolik, zum Ausdruck kommt. Und uns darauf verlassend, lade ich alle zu einer Chenrezig Praxis ein.


EN Vers 7: “It wasn't long ago that our consciousness wandered on its own. Under the influence of karma, it took on its present form. Soon we'll again, like a hair pulled out of the butter, Give up everything and move on.”

We saw in the last 2 verses that Patrul Rinpoche wanted to develop a clarity of our current situation: - the now.

Now Patrul Rinpoche goes one step further and includes 2 more aspects: - before; - and after.


Before that: "It is not so long ago that our consciousness wandered around on its own." Now, "Under the influence of karma, it took its present form." Afterwards: "Soon we will again, pulled like a hair out of the butter, have to give up everything and move on. "

Let's take a closer look at these 3 moments and examine what role they play in our practice.

Before that: "It is not so long ago that our consciousness wandered around on its own." This refers to the state before this life. The bardo state in which the consciousness of a being lingers between death and rebirth. Which is also the literal translation of the word bardo: between. Generally speaking, a bardo always refers to this inter-death-rebirth experience. But it can also refer to the last year, yesterday, or the previous moment. Because all of these moments have some aspect of death and rebirth. Who we were a year ago, we are no longer today. And if we look very closely, we will find that this constant change also happens from moment to moment. So it is an experience of being alone, in the sense of “reliving and rediscovering our potential over and over again”. A constant dying and being reborn, if you will.


Now, "Under the influence of karma, it took its present form." Then "always re-experiencing and rediscovering our potential" naturally happens due to the two types of veils that we saw last time, emotions and ignorance, not out of free will, but on the basis of karma = action and consequence. So we are not as alone, as Patrul Rinpoche puts it: the impressions that we create and collect in the mind accompany us in the form of habits and tendencies. And it is the freedom we normally have as human beings to choose which impressions and experiences we would like to produce in our minds. A freedom that may not always be obvious, but always is there as potential. And the Chenrezig practice is an expression of that freedom. A conscious decision about the impressions that we would like to seed in our mind. In the case of the Chenrezig practice, the impressions of awakened wisdom and compassion.

Afterwards: “Soon we'll again, like a hair pulled out of the butter, Give up everything and move on.” We will of course leave the superficial behind, because the solid and gross things, like our dualistic identity, cannot survive an experience of death and will be given up. However, all the subtle impressions and experiences will propagate in the form of a dynamic and unconsciously take the direction that will determine our development.

So it's about what connects these 3 aspects (before, now and after), namely the dynamic of karma, which manifests itself as a never-ending stream of consciousness. And can be experienced either as dualistic or as open/empty. Wherein lies the key to ultimate enlightenment: experiencing this ordinary consciousness as the radiant awareness of non-duality. Which in turn is expressed in the practice of Chenrezig, through the deeper meaning of the symbolism. And relying on that, I invite everyone to a Chenrezig practice.


RU Стих 7: “Не так давно наше сознание блуждало само по себе. Под влиянием кармы оно приняло нынешнюю форму. Скоро нас снова выдернут, как волосок из масла. И придется все бросить и двигаться дальше.”

В последних двух стихах мы видели, что Патрул Ринпоче хотел прояснить нашу текущую ситуацию: - сейчас.

Теперь Патрул Ринпоче идет еще дальше и включает еще два аспекта: - До; - а после.


До: «Не так давно наше сознание бродило само по себе». Cейчас: «Под влиянием кармы она приняла свою нынешнюю форму». После: «Скоро нас снова выдернут, как волосок из масла. И придется все бросить и двигаться дальше.»

Давайте подробнее рассмотрим эти 3 момента и выясним, какую роль они играют в нашей практике.

До: «Не так давно наше сознание бродило само по себе». Имеется в виду состояние до этой жизни. Состояние бардо, в котором сознание существа задерживается между смертью и возрождением. Это также дословный перевод слова бардо: между. Вообще говоря, бардо всегда относится к переживанию между смертью и возрождением. Но это также может относиться к прошлому году, вчерашнему или предыдущему моменту. Потому что все эти моменты имеют некий аспект смерти и возрождения. То, кем мы были год назад, мы уже не сегодня. И если мы присмотримся очень внимательно, мы обнаружим, что это постоянное изменение также происходит от момента к моменту. Так что это переживание одиночества в смысле «заново переживать и заново открывать свой потенциал снова и снова», постоянная смерть и возрождение, если хотите.


Cейчас: «Под влиянием кармы она приняла свою нынешнюю форму». «Bсегда заново переживать и заново открывать свой потенциал» естественным образом происходит из-за двух типов завесa, которые мы видели в прошлый раз, эмоций и невежества. Это происходит не на основе свободы, а на основе кармы = действия и последствий. По словам Патрула Ринпоче, одинокими мы снова не являемся: впечатления, которые мы создаем и собираем в уме, сопровождают нас в форме привычек и тенденций. И это свобода, которую мы, как люди, обычно имеем, выбирать, какие впечатления и переживания мы хотели бы произвести в нашем сознании. Свобода, которая не всегда очевидна, но всегда есть как потенциал. И практика Ченрезига - выражение этой свободы. Осознанное решение о впечатлениях, которые мы хотели бы видеть в в нашем сознании. В случае практики Ченрезига - впечатления пробужденной мудрости и сострадания.

После: «Скоро нас снова выдернут, как волосок из масла. И придется все бросить и двигаться дальше.» Мы, конечно, оставим поверхностное позади, потому что твердые и грубые вещи, такие как наша дуалистическая идентичность, не могут пережить опыт смерти и будут оставлены. Однако все тонкие впечатления и переживания будут распространяться в динамической форме и неосознанно принимать то направление, которое будет определять наше развитие.

Итак, речь идет о том, что связывает эти 3 аспекта (до, сейчас и после), а именно о динамике кармы, которая проявляется как нескончаемый поток сознания. И может восприниматься либо как дуалистическое, либо как открытое/пустое. В чем заключается ключ к окончательному просветлению: переживание этого обычного сознания как сияющего осознания недвойственности. Что, в свою очередь, выражается в практике Ченрезига через более глубокий смысл символизма. И, опираясь на это, приглашаю всех на практику.


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